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Norbert Dreher

Schornsteinfegermeister i.R.

   

 

 

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wenn der Ofen nicht richtig zieht - Probleme beim Anfeuern

Speziell in den Übergangszeiten (Frühjahr und Herbst) kommt es vor, dass es Probleme beim Anfeuern gibt und unter Umständen der Raum stark verqualmt wird.

Der Ofen, Schornstein und Anschluß sind im ordnungsgemäßen Zustand (Feuerstätte und Rauchrohr gereinigt) und es kommt trotzdem zu den oben genannten Störungen . 

Die Ursache ist im Prinzip ganz einfach und begründet sich auf physikalschen Grundgesetzen.

Die Außentemperatur ist höher als die Innentemperatur des Schornsteins.

Ein Schornstein kann nur ziehen wenn die Rauchgase wärmer sind als die Außenluft und dadurch ein "thermischer Auftrieb" entsteht.
Wurde der Schornstein eine Weile nicht benutzt so ist die darin befindliche Luftsäule mitunter kälter als die Außenluft. Versucht man nun einen Ofen anzuzünden werden die Rauchgase nicht in den Schornstein ziehen weil er einfach noch zu kalt ist. Um die Aufwärmphase des Schornsteins so gering wie möglich zu halten kann man versuchen diesen mit entsprechender Flamme in Schwung zu bringen.
Wichtig ist hierbei immer -> trockenes Anfeuerholz (klein gespalten) und Papier oder Holzwolle bei geöffneter Luft- und Abgasklappe zu verwenden.

  -  Eine kleine Flamme, wie sie ein Grill- oder Kaminanzünder bringt, reicht hier nicht -

Man kann ich auch noch den Schornstein selbst erwärmen indem man ein sogenanntes Lockfeuer an der Schornsteinsohle macht (untere Schornsteinreinigungstür öffnen und ein paar Zeitungsblätter kontrolliert abbrennen -wie zu Oma´s Zeiten).
Somit kann der Schornstein durch den Auftrieb der warmen Verbrennungsgase seinen eigenen Schornsteinzug entwickeln und den Ofen zum Brennen bringen.
Grundvorausetzung hierbei ist eine ausreichende Verbrennungsluftversorgung, damit eine richtige Zirkulation entsteht.

So kann sich der Schornstein erwärmen und es wird bald ein gemütliches Feuer möglich sein.

Ähnliche Effekte können auch bei Wetterveränderungen (Inversionswetterlage)  und durch plötzlichen Abfall des Luftdrucks entstehen.

Die Auswirkungen können je nach Konstruktion der Feuerstätte unterschiedlich stark sein.

 

ND 04/11